Skoliosetherapie nach Schroth

Historisches:
Die „Dreidimensionale Skoliosetherapie nach Schroth“ ist eine Spezialmethode zur Behandlung der vielfältigen Formverschiebungen und Statikveränderungen des skoliotischen Körpers, die in der teilfixierten Verkrümmung der Wirbelsäule in seitlicher Richtung und anderen daraus resultierenden Folgeschäden besteht.

Katharina Schroth (1894 – 1985) führte 1921 in Meißen als Erste das Prinzip der Haltungsschulung unter Berücksichtigung des Haltungs- und Bewegungsempfindens und der Atmung in die seinerzeit noch sehr mechanisch geprägte Krankengymnastik ein. Die von ihr entwickelte Drehwinkelatmung ergänzte das Grundkonzept der Dreidimensionalen Skoliosebehandlung. Der ganzheitliche Behandlungsansatz mit dem „Erspüren“ der Haltungskorrektur hob sich schon damals von anderen eher rein mechanischen Therapieansätzen ab.

Die Skoliose
Bei der Skoliose besteht eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, wobei sich gleichzeitig durch die Verdrehung einzelner Wirbelsäulenabschnitte der typische Rippenbuckel (Paket) oder der Lendenwulst herausbildet. Eine solche Wirbelsäulenverbiegung führt zu einer Verminderung der Beweglichkeit, im Brustwirbelsäulenbereich auch zu einer Verminderung der Rippenfunktion und somit zu einer möglichen Beeinträchtigung der Atmung. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung mit unterschiedlichen Krümmungsmustern.

Wir unterscheiden grob in Brustkorbkrümmungen, Lendenkrümmungen, Doppel-S-Krümmungen und auch sogenannten Thorakolumbalkrümmungen (Hauptkrümmung am Übergangsbereich zwischen Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule), welche sowohl bei der physiotherapeutischen Behandlung, bei der Korsettversorgung als auch bei der Operation unterschiedlich behandelt werden.

Während die Ursachen von Skoliosen recht vielfältig sind, so ist doch deren Entwicklung verhältnismäßig gleichförmig. Vor allem in Phasen vermehrten Wachstums haben ausgeprägte Wirbelsäulenverkrümmungen eine stärkere Tendenz zur Verschlechterung. Bei etwa 80% der Skoliosen läßt sich keine eindeutige Entstehungsursache finden. Wir sprechen dann von idiopathischen Skoliosen. Im Durchschnitt sind Mädchen bei stärkeren Verbiegungen (über 15° nach Cobb) in einem Verhältnis von 4:1 häufiger betroffen.

Die Therapie:
Die dreidimensionale Skoliosebehandlung nach Katharina Schroth soll schon in der frühen Wachstumsphase ab einem Krümmungswinkel von 10° beginnen. Fester Bestandteil der Therapie ist dabei auch die Drehwinkelatmung. Mit ihr wird sowohl das durch die Skoliose veränderte Atemmuster korrigiert, als auch die Verdrehung und Verbiegung der Wirbelsäule sowie die Abflachung der physiologischen Schwingungen im Thorakalbereich positiv verändert.


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