Behandlung nach Bobath

Das Ziel: Das Bobath-Konzept wird bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Die durch eine Störung im zentralen Nervensystem verursachte Dysregulation des Muskeltonus soll durch aktive Änderung pathologischer Bewegungsmuster korrigiert werden. Die Koordination des Bewegungsablaufs wird verbessert durch Optimierung der Tonusregulation, Unterstützen der Wahrnehmung, Hemmung abnormer Bewegungsmuster, Bahnung physiologischer Bewegungsmuster.

Der Weg: Bei der Behandlung von Kindern lernt das Kind unter den Händen des Therapeuten normale Bewegungsabläufe kennen. Die durch die Schädigung vorhandenen abnormen Haltungs- und Bewegungsmuster müssen gehemmt werden, damit willkürliche, koordinierte Bewegungen ausgeführt werden können. Die Schulung der Kopf- und Rumpfkontrolle, Gleichgewichtsreaktionen, Gleichgewichtsübertragungen von einer auf die andere Körperseite, stehen im Vordergrund der Therapie. Die Behandlung gründet auf der Hemmung von abnormalen Reflexaktivitäten und dem Wiedererlernen normaler Bewegungen, z.B. durch Facilitieren (Bahnen der normalen Bewegung). Ein Behandlungsbeginn wird möglichst frühzeitig angestrebt, um die Hirnfunktion während der Reifung in den ersten Lebensmonaten günstig beeinflussen zu können.

Als Leitfaden dienen die normalen Entwicklungsstufen des Säuglings und Kleinkindes. Die Behandlung nach Bobath wird auch modifiziert in der Erwachsenen-Therapie angewandt und bei allen Bewegungsstörungen, die durch Hirnschädigungen hervorgerufen werden (z. B. Halbseitenlähmungen, Hirntumoren, Hirnverletzungen). Das Bobath-Konzept basiert auf der lebenslangen Fähigkeit des Nervensystems, sich Reizen durch Strukturänderung anzupassen (Plastizität des Nervensystems, Neuroplastizität).

TrainingsraumBehandlungsbeispiel

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